Thu, 13.Dec, 17:00(date has already been passed)

It 's all a little bit of history revised

Kundgebung: Deutsche Zustände angreifen!

Am 13., 14. und 16. Dezember wird der Zug der Erinnerung im Göttinger Bahnhof Station machen. In der historischen Bahn wird mit Dokumenten und Bildern der 11.000 jüdischen Kinder gedacht, die über die Strecken der ehemaligen deutschen Reichsbahn in das Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert wurden. Die Deutsche Bahn verweigert bis heute eine angemessene Auseinandersetzung mit dieser Geschichte.

Die Ankunft des Zuges nehmen wir zum Anlass, erneut eine kritische Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen einzufordern. Dies kann und darf jedoch nicht einem deutschen Selbstbild als geläuterte Nation zur Begründung dienen.

Während Normalisierung durch Schweigen und Verharmlosen in der Bundesrepublik über Jahrzehnte den Umgang mit den Verbrechen des Nationalsozialismus kennzeichnete, hat durch die rot-grüne Regierung ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Eine Anerkennung deutscher Schuld wird proklamiert und ermöglicht es Deutschland so, im weltgeschichtlichen Geschehen an vorderster Front mitzuspielen. Der Ausspruch des damaligen Außenministers Fischer, nicht trotz, sondern wegen Auschwitz müsse Deutschland im Kosovo Krieg führen, kennzeichnet eine neue Dimension der Indienstnahme deutscher Geschichte. Die Große Koalition führt diese Politik nahtlos fort. Die deutsche Schuld wird zur "deutschen Verantwortung" umgedeutet und macht Deutschland insbesondere außenpolitisch handlungsfähiger. Sich der Vergangenheit zu stellen scheint auch einen weiteren Schritt zu legitimieren, der vormals als vermeintliches Tabu formuliert wurde: endlich auch der deutschen Opfer zu gedenken.

So werden Entrechtete, Verfolgte und Ermordete des Nazi-Regimes mit deutschen TäterInnen gleichgesetzt und zu einem Opferbrei verkocht. Förderlich ist dies dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Mehrheitsbevölkerung, welche einem Gedenken an Oma und Opa schon lange zugeneigt ist.

Diesen erinnerungspolitischen Diskursen gilt es etwas entgegen zu setzen: Einer Instrumentalisierung oder Versöhnung mit der deutschen Vergangenheit kann nur mit einer fortwährenden Auseinandersetzung und einem zu vollziehenden Bruch begegnet werden.

Deutsche Täter sind keine Opfer!

Deutschland: nie wieder!

OLAfA (Offene Linke - Alles für Alle)

unterstützt vom FSR SOWI

posted on: 29.11.2007

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